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Lexikon

B

Berechnung nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV)

Die Wohnflächenverordnung kann alternativ zur DIN 277 zur (Wohn-)Flächenberechnung eingesetzt werden. Diese Berechnung der Wohnfläche mit lichten Maßen ist besonders als Grundlage der Mietzinsberechnung üblich. Dazu werden beispielsweise folgende Regeln angewendet: Die Flächenberechnung erfolgt unabhängig nach den lichten Maßen zwischen den Wänden - dabei handelt es sich um die sogenannten „Fertigmaße“. Schornsteine, Mauervorsprünge, freistehende Pfeiler oder Säulen und ähnliche Bauteile werden von den so errechneten Fertigmaßen nur dann abgezogen, wenn sie mehr als 1.50 m Höhe haben und ihre Grundfläche mehr als 0,10 m² beträgt.
Zu den Fertigmaßen werden Fenster- und Wandnischen nur dann hinzugerechnet, wenn diese bis zum Boden reichen und mehr als 13 cm Tiefe haben. Zubehörräume, wie Keller, gehören nicht zur Wohnfläche, ebenso wenig Abstellräume außerhalb der Wohnung, wie Garagen oder Dachböden. Treppen innerhalb von Wohnungen mit bis zu drei Steigungen (Stufen) gehören zur Wohnfläche. Flächen unter Treppen (incl. Absätzen) mit mehr Stufen und Raumteile (z.B. unter Dachschrägen) deren lichte Höhe weniger als 1,00 m beträgt, zählen nicht, Flächen im Dachgeschoss mit Höhen von 1,00 bis 2,00 m, zählen zur Hälfte zur Wohnfläche.
Zu nur einer Wohnung gehörende Balkone, Loggien, Freisitze, Dachterrassen etc. können bis zur Hälfte ihrer Fläche der Wohnfläche angerechnet werden.

Wie aus den Texten ersichtlich, sollten Sie als Bauherr sehr genau auf die Angaben zur Wohnfläche achten, da die Berechnung nach DIN wegen der nicht abgezogenen Bereiche unter Dachschrägen, etc. zu erheblich größeren Werten führt.

In unseren Grundrissen sind grundsätzlich die Wohnflächen mit den kleineren Flächenangaben nach WoFlV aufgeführt !

Blower-door-Test

Messung zur Luftdichtigkeit eines Hauses. Im modernen Bauen ist diese ein wichtiges Kriterium geworden, da die „teuer“ erwärmte Raumluft nicht unkontrolliert über Ritzen das Haus verlassen soll und die Feuchtigkeit in der Luft so noch Schaden an der Konstruktion anrichten kann. Mittels eines Gebläses wird deshalb zur Prüfung dieser Luftdichte zum Ende der Bauphase in der abgedichteten Eingangstüröffnung oder einem Fenster bei geschlossenen Fenstern und Türen eine Druckdifferenz zur Umgebung von 50 Pa erzeugt. Man misst im Prinzip, wie schnell sich diese abbaut und erstellt ein Protokoll darüber. Diesen Test führen wir bei jedem Gebäude ohne Mehrkosten für Sie durch, um sicher zu sein, dass Sie behaglich und „zugfrei“, sowie dauerhaft ohne Feuchteschäden in der Konstruktion, wohnen können.

D

Drempel

(Auch Kniestock genannt) An der Traufe gelegene Innenwand am Ende der Schräge im Dachgeschoss als senkrechter Abschluss eines Zimmers.

DWD-Platten

(DWD = Diffusionsoffene Wand- und Dachplatten)

Eigenschaften: - dampfdiffusionsoffen, wasserabweisend, winddicht, wetterfest
Charakteristik: - Festigkeit, Dimensionsstabilität unter Feuchtigkeitseinfluss
- Durchtrittsicher bis 1,00 m Sparrenabstand
Material: - Holzfaserplatten (Nadelhölzer)
Herstellung: Die Holzfaserplatten, mit Nut- und Federprofilen, werden ausschließlich aus den Nadelhölzern Kiefer, Fichte und Tanne aus europäischen Forsten hergestellt. Die Zugabe geringer Anteile Bindemittel und Paraffin sorgen für Festigkeit und Dimensionsstabilität der Platte unter Feuchtigkeitseinfluss.
Verwendung: Die Platten werden als äußere Lage („Außenhaut“) der Außenwände unter den KfW55 Holz- und Steinfassaden und als regendichtes Unterdach auf den Dachsparren verwendet. Durch das Nut- und Feder-Profil wird die erforderliche Winddichte gewährleistet. Die pressblanke Oberfläche der Platte wirkt als wasserführende Schicht. Die Entsorgung entspricht der Verwertung der OSB-Platte.

E

Energieeinparverordnung (EnEV2016)

Legt die Mindestanforderungen der energetischen Qualität von Gebäuden fest. Um in der Strom- und Heizwärmeversorgung ab 2020 weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein, hat das Bundesumweltministerium die in der EnEV festgelegten Standards in 2009 um durchschnittlich 30 Prozent und Anfang 2016 dann noch einmal um weitere 25 Prozent verschärft. Nach der EnEV2016 darf ein Neubau so nur noch höchstens 5 Liter Heizöl je Quadratmeter Nutzfläche verbrauchen.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

(kurz EEWärmeG) Der Staat setzt Häuslebauer beim Energiesparen unter Druck. Seit dem 01.01.2009 müssen Neubauten teilweise mit erneuerbarer Energie beheizt werden, oder als Ersatzmaßnahme, um mindestens 15% besser sein als in der EnEV gefordert.

G

Gewerke

Die notwendigen Handwerkerleistungen beim Hausbau bezeichnet man als Gewerke (Elektro, Sanitär, Fliesen, Zimmerarbeiten usw.).

H

Holzfaserplatten

(als Untergrund für unsere Fassadenputze)

Eigenschaften: - dampfdiffusionsoffen, wasserabweisend, winddicht, wetterfest
Charakteristik: - Festigkeit, Dimensionsstabilität unter Feuchtigkeitseinfluss
- durch gute Wärmedämmeigenschaften werden die „hölzernen“ Wärmebrücken in den Wänden vollflächig überdämmt.
Material: - Holzfaserplatten (Nadelhölzer)
Herstellung: wie bei der DWD
Verwendung: Die Platten werden als äußere Lage („Außenhaut“) der Holztafeln unter unseren KfW40 Fassadenvarianten eingesetzt. Durch das Nut- und Feder-Profil wird die erforderliche Winddichte gewährleistet. Durch die sehr feste Struktur der Platten bestehen unsere Putzfassaden auch gegen größere mechanische Beanspruchungen (Fahrradlenker, Fußbälle, etc.) sehr gut und sind damit viel stabiler als Styropor- oder Mineralfasersysteme und haben nicht die bei Polystyrol sehr bekannte Brandschutzproblematik.

K

Kehlbalken

bilden die Deckenebene über dem Obergeschoss. Zusammen mit den Sparren ergeben sie ein unverschiebbares Dreieck zur Aussteifung des Daches, dienen als Dämmebene und mit den Verkleidungen als Trennung zwischen Dachgeschoss und Spitzboden.

KfW

(Kreditanstalt für Wiederaufbau) Die KfW-Förderbank bietet Förderprogramme zur CO2-Minderung bei Wohngebäuden. Häuser, die gewisse energiesparende Standards erfüllen, erhalten durch die KfW zinsgünstige Darlehen. (sehen Sie hierzu bitte auf www.KfW.de unter energieeffizient bauen)

Konstruktiver Holzschutz

Bauliche Maßnahmen, um Holz nicht unnötiger Wasserbelastung, insbesondere durch Regen und aufsteigende Feuchtigkeit, auszusetzen. Dazu zählen z.B. ein großer Dachüberstand, der die Fassade vor Regen schützt, oder die  Thermobodenplatte, auf der die Wände immer „hoch und trocken“ stehen und nicht bei eventuellen unentdeckten Wasserschäden (tropfende Waschmaschine, etc.) lange unter dem Estrich im Wasser stehen können!

Konterlattung

Die Konterlattung ist bei Wandverkleidungen oder Dächern unterhalb der Lattung erforderlich. Die Unterkonstruktion sorgt für eine ausreichende Hinterlüftung. Über den entstehenden Hohlraum wird eventuell bei Wind eingetretenes Wasser oder Flugschnee kontrolliert wieder abgeleitet.

KVH/BSH

(KVH = Konstruktionsvollholz, BSH = Brettschichtholz, allgemein als Leimholz bekannt)

Eigenschaften: - formstabil, verwindungsfrei, rissfrei
Charakteristik: - natürliche Holzoptik
Material: - Nadelschnittholz
Herstellung: KVH: Das für KVH verwendete Vollholz (Nadelschnittholz) wird nach speziell festgelegten Kriterien erzeugt und entspricht erweiterten Anforderungen an Bauhölzern. Entsprechend der baulichen Ansprüche an konstruktiven Holzschutz wird das Holz nicht imprägniert (kein chemischer Holzschutz), es entstehen somit keine Entsorgungsprobleme (Imprägniertes Holz ist Sondermüll !). BSH: Das für BSH verwendete Vollholz (Nadelschnittholz) wird analog zu den Konstruktionsvollhölzern hergestellt. Wegen der möglichen größeren Dimensionen der Balken ist es jedoch nicht ratsam die Querschnitte aus einem Stamm zu schneiden. Brettschichtholz besteht daher aus einzelnen flachkantigen Fichten- bzw. Tannenbrettern, die aufeinandergeschichtet und miteinander verleimt werden. Damit später keine Schwindverformungen und Risse auftreten, werden die Bretter auf eine gleiche Holzfeuchte getrocknet. Bauteile aus Brettschichtholz besitzen eine hohe Festigkeit und Tragfähigkeit, die die guten Eigenschaften von Vollholz noch übertreffen.
Verwendung: KVH und BSH lassen sich als durchgängig trockenes (Holzfeuchte 15% +/- 3%), verwindungsfreies Holz optimal für den Holzbau einsetzen.
Wobei KVH für Wand- und Dachkonstruktionen und BSH bei größeren Querschnitten z.B. für Pfetten und Deckenbalken verarbeitet wird.

L

Lamelliertes Holz

Mehrlagige, miteinander verleimte Bretter, aus denen z.B. "lamellierte Fensterhölzer" gemacht werden, die besonders verwindungsarm sind.

Lattung

Äußerer Teil einer Unterkonstruktion, an der z.B. eine Dachdeckung oder die Holzverkleidung einer Fassade eingehängt bzw. befestigt wird.

N

Netto - Grundfläche (NGF) nach DIN 277

(vielfach Wohnfläche nach DIN genannt)
Die Netto-Grundfläche ist die Summe der nutzbaren, sich zwischen den aufgehenden (= senkrechten) Bauteilen befindenden Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerkes.

O

OSB-Platte

(OSB = Oriented Strand Board)

Eigenschaften: - biegefest, äußerst formstabil und wetterbeständig
Charakteristik: - natürliche Holzoptik
Material: - zu 95% aus (Nadel-)Holz; überwiegend aus Durchforstung + ca. 5% Wachsanteile zum verkleben
Herstellung: Es werden längliche Schälspäne („strands“) prozessgesteuert ausgerichtet („oriented“) und in drei Lagen unter Zugabe von Wachs verpresst.
Die oberen und unteren Deckschichten verlaufen längs, die Mittellage verläuft quer zur Plattenrichtung. Dieses Schichtenprinzip verleiht
OSB hohe Formstabilität und ausgezeichnete Festigkeit.
Verwendung: OSB lässt sich wie Massivholz nageln, klammern, sägen und schrauben (vergessen Sie den Dübel!). Selbst in Randbereichen sitzen Schrauben fest und sicher. Dabei ist der Werkstoff frei von Rissen und Ästen. Die dampf- und wasserfeste Verklebung sorgt dafür, dass OSB auch unter Feuchtigkeitseinwirkung seine Stabilität behält. Die verwendeten OSB-Platten sind bauaufsichtlicht zugelassen, baubiologisch unbedenklich und werkseitig nicht mit Holzschutzmitteln behandelt. Reste können in Feuerungsanlagen problemlos thermisch verwertet oder deponiert werden.

P

Pfetten

Groß dimensionierte BSH-Balken, die in Längsrichtung des Hauses die Sparren in ihrer Länge unterstützen. Die Pfetten übernehmen die Lasten aus dem Dach und leiten sie über Wände und Stützen in den Boden weiter.

S

Sparren

Massive Holzbalken („Dachsparren“) in KVH, die von der Traufe bis zum Dachfirst führen und parallel zum Giebel eingebaut werden. Sparren tragen die wesentlichen Lasten von Dacheindeckungen, Gauben und Dachfenstern, sowie aus Schnee und Wind.

T

Technische Trocknung

Die technische („künstliche“) Trocknung erfolgt computergesteuert in Kammern oder Durchlaufkanälen. Sie erfolgt schneller und mit niedrigeren Endfeuchtigkeiten als bei der Freilufttrocknung. (Unsere Hölzer besitzen durch diese Trocknung bereits eine Holzfeuchte von 15 ± 3% bei der Verarbeitung.) Weiterer Vorteil ist: Mögliches Ungeziefer aus dem Wald hat durch die lange Wärmebehandlung keine Überlebenschance !

U

U-Wert – was sagt die Formel

Der U-Wert (früher k-Wert) ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch ein Bauteil und wird in W/(m²K) angegeben. Mit dem UWert wird also ausgedrückt, welche Leistung pro m² des Bauteils auf einer Seite benötigt wird, um eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufrecht zu erhalten (Leistung ist Energie pro Zeiteinheit). Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch das Bauteil geleitet wird.

V

VOB/B

Verdingungsordnung für Bauleistungen, Teil B: „Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen.“

W

Wärmebrücke

Als Wärmebrücke (früher auch Kältebrücke genannt) bezeichnet man einzelne, örtlich begrenzte Schwachstellen einer Bau-Konstruktion, durch die mehr Wärme fließen kann als durch die umgebenden Flächen.
Eine Wärmebrücke hat folgende Nachteile: Sie bewirkt an einzelnen Stellen niedrigere Oberflächentemperaturen, wodurch sich die Gefahr von Tauwasser- und Schimmelpilzbildung ergibt; die Baukonstruktion hat erhöhte Wärmeverluste, was einen erhöhten Heizenergiebedarf bewirkt. Wärmebrücken sind oft die Ursachen von Bauschäden, daher ist bei allen Details am Haus auf diesen Bereich besonders zu achten. Eine sichere Methode zur Vermeidung von Wärmebrücken ist eine das gesamte Bauwerk einhüllende Wärmedämmung. Dadurch wandert die gesamte Baukonstruktion auf die "warme Seite" der Dämmung.
Alle unsere Gebäudeecken und -anschlüsse sind daher bereits wärmebrückenfrei gemäß den Passivhausstandards ausgeführt !

Z

Zellulose
Eigenschaften: - Dämmstoff, einblasfähig
Charakteristik: - flockiges Schüttmaterial
Material: - Zeitungspapier
Herstellung: Rohstoff der boratfreien Zellulose-Dämmung ist wiederverwendete Tageszeitung. Durch Mahlen und Zerfasern - ohne Umweltbelastung - erhält das Material eine lockere, flockige Struktur.
Verwendung: Die Zellulose-Dämmung wird mit speziellen Gebläsen in die Hohlräume (Wände, Decken/Dach) lückenfrei eingeblasen.
Vorteile: Aufgrund der höheren Dichte in Bezug zu mineralischen Dämmstoffen („Glaswolle“) bieten unsere Konstruktionen verschiedene Vorteile. Durch die massigeren Bauteile (Innen-, Außenwände und Dach) ist ein erheblich besserer Schallschutz gewährleistet als bei leichteren Bauteilen. Und Insbesondere im Dach wirken sich die dicken und schweren Dämmstoffschichten auf den sommerlichen Wärmeschutz aus! An heißen Sommertagen schafft es die Wärme einfach nicht durch die Konstruktion bis in das Dachgeschoss und kann über Nacht auch leicht wieder herauskühlen. In den dahinterliegenden Räumen bleibt es so auch über lange Wärmeperioden schön kühl.